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Die Stabsstelle für klinisches Risikomanagement – eine Aufgabe für externe Risikoberater

Klinisches Risikomanagement ist direkt bei der Geschäftsführung anzusiedeln. Risikomanagemnt ist “Chefsache” und gehört heute nicht mehr in den Aufgabenbereich des QM-Beauftragten, selbst wenn die Vorgaben für die Implementierung und Umsetzung von Risikomanagement in der QM-Richtlinie des G-BA geregelt sind.

Die Notwendigkeit, die Risiken des eigenen Unternehmens zu kennen, ist weder auf den Heilwesensektor beschränkt, noch muss sie sich durch eine Richtlinie oder etwaige Versicherungsbedinungen legitimieren. Personalkosten und -schlüssel erlauben jedoch in einer Vielzahl von Kliniken nicht auch noch die Einrichtung einer gesonderten Stelle für einen Beauftragten für Risikomanagement.

Die Einrichtung einer Stabsstelle, die durch einen externen Risikomanager besetzt wird, bietet sich als naheliegende Alternative an. Ein unabhängiger Berater berichtet unmittelbar an Geschäftsführer und Ärztlichen Direktor und ist innerhalb des Klinikums wie ein Mitarbeiter tätig. Er formuliert eine einrichtungsbezogene Risikostrategie, unterstützt bei der Identifizierung von Risiken und entwickelt den aus jenen abgeleiteten Maßnahmenkatalog. Der Prozess kann im Ganzen, aber auch mit Bezug auf einzelne Abteilungen, Kliniken oder Schwerpunkte in einen entsprechenden PDCA-Zyklus (§4 QM-RL) eingestellt werden.

Die Einführung eines vollständigen Risikomanagement-Systems über einen Zeitraum von 3 bis 5 Jahren kann auf diese Weise bedarfs- und budgetabhängig erfolgen. Die nach dem Krankenhausstrukturgesetz (KHSG) mittlerweile planungs- und vergütungsrelevanten Bedingungen für Krankenhäuser können so bis 2020 erfüllt werden.

Die Delegation eines wichtigen Aufgabenbereichs an eine mit einem externen Berater besetzte Stabsstelle hat jüngst die Universitätsklinik Mannheim (UMM) gezeigt, indem sie eine neue Stabsstelle für Krankenhaushygiene eingerichtet und diesen Schritt mit dem hohen Stellenwert der hygienerelevanten Belange im Klinikum begründet hat. Der beauftragte Berater berichtet an die Geschäftsleitung und unterstützt die Mitarbeiter des Klinikums in allen Fragen zur Infektionsprävention. Das Universitätsklinikum Rostock verfügt schon heute über eine Stabsstelle für Risikomanagement, mit der dieser Aufgabenbereich direkt bei der Klinikleitung verantwortet ist.

Fazit:

Die Einrichtung einer Stabsstelle für klinisches Risikomanagement bietet sich in Krankenhäusern jeder Größe an. Die Initiierung des Prozesses kann im Sinne der normierten Vorgaben zunächst ausreichen. Die Hinzuziehung eines externen Beraters kann abhängig von Bedarf und Budget erfolgen. Die spätere Einrichtung einer eigenen Stelle für einen gesonderten Beauftragten zum Risikomanagement kann dem einrichtungsbezogenen Bedarf entsprechend geprüft werden. Ein solcher Mitarbeiter kann dann mit der dann möglichen Auflösung der Stabsstelle von dem externen Risikomanager eingearbeitet werden.